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Lippenpflege


Die Lippen sind die einzige Stelle im Gesicht, die sich nicht selbst fetten kann: Talgdrüsen fehlen dort, ein eigener Lichtschutz auch. Deshalb springen sie im Januar auf und brennen im Juli nach einem Tag am Wasser. Hier finden Sie Pflege für beide Fälle – Stifte für unterwegs, reichhaltigere Balsame für die Nacht, ein Peeling für raue Stellen und Gloss, der zugleich pflegt. Dazu die wenigen Produkte, die tatsächlich einen Lichtschutzfaktor mitbringen.

Lippenpflege mit und ohne Lichtschutz

Lippenpflege

Warum ausgerechnet die Lippen aufspringen

Die Haut auf den Lippen ist die dĂĽnnste im Gesicht, und ihr fehlt fast alles, womit sich der Rest der Haut selbst versorgt. Keine TalgdrĂĽsen, also kein eigener Fettfilm. Kaum Hornschicht, also wenig Puffer. Und sehr wenig Pigment, also kein natĂĽrlicher Sonnenschutz.

Was auf der Wange eine trockene Stelle wäre, ist auf den Lippen deshalb sofort ein Riss. Und weil man beim Sprechen, Essen und Trinken ständig daran arbeitet, geht die Stelle auch nicht von allein wieder zu.

Der Punkt, den fast alle Pflegestifte auslassen

Lichtschutz. Die Lippen bekommen im Sommer die volle Strahlung ab, besonders die Unterlippe, und sie haben dem nichts entgegenzusetzen. Trotzdem enthält der Grossteil der Pflegestifte im Handel keinen UV-Filter.

Wenn Sie oft draussen sind – auf dem Rad, am Wasser, im Schnee, wo das Licht zusätzlich von unten kommt –, dann achten Sie beim Kauf ausdrücklich auf einen angegebenen Faktor. Im Sortiment stehen dafür ein Stift mit LSF 20 und Matcha-Extrakt, dessen drei Filter UVA und UVB zusammen abdecken, und ein farbloser Stift mit SPF 25, bei dem der Schutz nicht Beigabe, sondern der eigentliche Zweck ist.

Stift, Balsam, Gloss oder Peeling

Vier Formen, vier Aufgaben – und das ist die ganze Ordnung, die es hier braucht.

Der Stift ist die Variante für unterwegs: fest, sauber, passt in jede Tasche, und man greift ihn auch dann, wenn die Hände nicht frei sind. Der Balsam ist weicher und reichhaltiger. Er wird mit der Fingerspitze aufgetragen, liegt dicker auf und eignet sich für die Nacht oder für Lippen, bei denen der Stift nicht mehr reicht.

Der Lipgloss ist der Fall, in dem Pflege und Farbe zusammenfallen: Er glänzt und pflegt, allein getragen oder über dem Lippenstift.

Das Peeling ist kein tägliches Produkt, sondern ein Zwischenschritt. Zucker löst sich beim Einmassieren auf und nimmt lose Schüppchen mit; die Öle bleiben zurück. Danach zieht Pflege besser ein, und Farbe setzt sich nicht mehr in den trockenen Rillen ab.

Was Pflege nicht kann, und der Verdacht mit der Gewöhnung

„Von Lippenpflege wird man abhängig“ ist der Satz, den man dazu am häufigsten hört. Ein Suchtstoff steckt nicht darin. Was tatsächlich passiert, ist harmloser und trotzdem lästig: Ein Balsam legt sich als Film obenauf, das fühlt sich sofort besser an, und weil er beim Sprechen und Trinken verschwindet, greift man wieder danach. Wer den Griff ins Täschchen alle zehn Minuten braucht, hat meist nicht das falsche Produkt, sondern zu wenig getrunken – oder er leckt sich die Lippen, was jedes Mal Feuchtigkeit mitnimmt statt sie zu bringen.

Zwei Dinge kann Lippenpflege ebenfalls nicht. Sie ersetzt keinen Lichtschutz, solange kein Faktor angegeben ist. Und sie hilft nicht gegen Risse in den Mundwinkeln, die immer wiederkommen: Dahinter steckt oft etwas anderes, und dann gehört die Stelle ärztlich angesehen statt nachgefettet.

Was im Sortiment steht

Der grösste Teil kommt von CMD Naturkosmetik, verteilt auf mehrere Linien: Rio de Coco mit Bio-Kokosöl, Sandorini mit Bio-Sanddornöl und Teebaumöl Classic, das CMD besonders denen empfiehlt, die zu Lippenbläschen neigen. Dazu kommen der Balsam aus der Propolis-Reihe von Remmele’s mit hygienischem Spender, das Zuckerpeeling von Natura Siberica und die beiden Stifte mit Lichtschutz von BAEHR Beauty Concept und Hydracolor.

Die Lippenpflege gehört zur Gesichtspflege; wer gleich weitermacht, findet nebenan die Gesichtscreme.

Häufige Fragen zu Lippenpflege

Warum trocknen Lippen schneller aus als der Rest des Gesichts?

Weil ihnen die TalgdrĂĽsen fehlen. Der ĂĽbrigen Haut hilft ein eigener Fettfilm gegen Feuchtigkeitsverlust, den Lippen nicht. Dazu ist die Hornschicht dort besonders dĂĽnn.

Macht Lippenpflege abhängig?

Nein, ein Suchtstoff ist nicht darin. Das Gefühl entsteht, weil ein Balsam obenauf liegt, beim Sprechen und Trinken verschwindet und deshalb oft nachgelegt wird. Wer ständig nachlegen muss, trinkt meist zu wenig oder leckt sich die Lippen.

Brauchen Lippen Sonnenschutz?

Ja. Sie haben kaum eigenes Pigment und bekommen die Strahlung ungeschützt ab, vor allem die Unterlippe. Ein gewöhnlicher Pflegestift schützt nicht – achten Sie auf einen ausdrücklich angegebenen Lichtschutzfaktor.

Stift oder Balsam?

Der Stift fĂĽr unterwegs, weil er fest ist und sauber bleibt. Der Balsam fĂĽr die Nacht und fĂĽr sehr trockene Lippen, weil er reichhaltiger ist und dicker aufliegt.

Wie oft sollte man die Lippen peelen?

Ein- bis zweimal die Woche genügt. Häufiger reizt eher, als dass es hilft. Danach direkt Pflege auftragen, solange die Lippen noch weich sind.

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