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Urea


Urea bindet Feuchtigkeit in der Hornschicht — und löst in höherer Konzentration die Verhornung. Der Anteil entscheidet: bis 10 Prozent für trockene Haut, ab 20 Prozent gegen feste Hornhaut. Damit ist Urea der Wirkstoff, an dem sich in der Fusspflege fast alles entscheidet.
Urea Makroaufnahme

Eigenschaften

  • Bindet Feuchtigkeit in der Hornschicht
  • Löst Verhornung ab etwa 20 Prozent
  • Anteile bis 40 Prozent
  • Wirkung gut dokumentiert
  • Für die tägliche Anwendung geeignet

INCI-Bezeichnungen

  • Urea
  • Carbamide

Urea steckt in den meisten Fusscremes und Schäumen. Ob ein Produkt zu Ihnen passt, hängt dabei weniger von der Marke ab als vom Urea-Anteil — und der reicht von wenigen Prozent bis 40. Bei einfach trockener Haut brauchen Sie wenig, bei fester Hornhaut deutlich mehr.

Wie Urea wirkt

Harnstoff kommt in der Haut natürlich vor. Dort gehört er zu den Stoffen, die Wasser in der Hornschicht halten — dem natürlichen Feuchthaltefaktor. Trockene Haut hat davon messbar weniger.

Aufgetragen macht Urea zwei Dinge, und welches überwiegt, hängt von der Menge ab.

In niedriger Konzentration bindet er Wasser und gibt es an die Hornschicht ab. Die Haut wird geschmeidiger, ohne dass etwas abgetragen wird.

In höherer Konzentration kommt ein zweiter Effekt dazu: Urea lockert die Verbindungen zwischen den verhornten Zellen. Die Hornschicht wird weicher und lässt sich leichter abtragen. Deshalb sind Schrundensalben und Hornhautcremes so hoch dosiert.

Welcher Anteil für welchen Zweck

Bis 10 Prozent — trockene Haut, tägliche Pflege. Hier bindet Urea vor allem Feuchtigkeit. Der Bereich für Hände und Körper, wo die Hornschicht dünner ist.

10 bis 20 Prozent — raue Fusshaut und beginnende Hornhaut. Urea fängt hier an, die Verhornung zu reduzieren. In diesem Bereich liegen die meisten Fusscremes und Schäume.

20 bis 40 Prozent — feste Hornhaut und Schrunden. Jetzt löst Urea die Verbindungen zwischen den verhornten Zellen. Gezielt auf die betroffene Stelle, nicht flächig auf die ganze Sohle.

Mehr ist dabei nicht besser. Hohe Anteile auf gesunder, dünner Haut können brennen und austrocknen — der Stoff arbeitet dann gegen die Hornschicht, die er schützen soll.

Warum am Fuss höher dosiert wird als an der Hand

Fusshaut ist dicker als die Haut an Händen, Körper und erst recht im Gesicht. Sie nimmt Wirkstoffe entsprechend langsamer auf. Was an der Hand schon reizt, kommt an der Fusssohle unter Umständen kaum an.

Das erklärt, warum dieselbe Konzentration je nach Stelle völlig unterschiedlich wirkt — und warum eine Fusscreme mit 20 Prozent nichts im Gesicht zu suchen hat.

Wo Urea im Sortiment vorkommt

Am häufigsten in der Fusscreme und im Fussschaum, dort über die ganze Spanne. Als Zusatz auch im Fussbad, wo er die Hornhaut vor dem Abtragen weich macht. In der Handcreme und in der Körperpflege niedriger dosiert.

In der Gesichtspflege praktisch nicht — dort ist die Hornschicht zu dünn.

Eine verbreitete Annahme

„Urea wird aus Urin gewonnen.“ Das stimmt nicht. Der Name stammt daher, dass Harnstoff im 18. Jahrhundert erstmals im Urin nachgewiesen wurde. Für Kosmetik wird er synthetisch hergestellt und ist chemisch identisch mit dem körpereigenen — dasselbe Molekül, nur aus dem Reaktor.

Worauf Sie achten sollten

Auf offene Schrunden, Risse und verletzte Haut gehört Urea nicht. Dort brennt er und reizt zusätzlich.

Den Zwischenraum zwischen den Zehen aussparen — dort bleibt Feuchtigkeit stehen und weicht die Haut unnötig auf.

Am besten auf die noch leicht feuchte Haut auftragen, etwa nach dem Duschen oder einem Fussbad. Urea bindet Wasser, also sollte Wasser da sein.

Bei Diabetes lohnt der Blick auf entsprechend gekennzeichnete Produkte. Wichtiger noch: Bei Wunden, Taubheitsgefühl oder nicht heilenden Stellen gehört der Fuss ärztlich oder podologisch abgeklärt, nicht eingecremt.

Häufige Fragen

Wie viel Urea brauche ich?

Das hängt vom Hautzustand und von der Stelle ab. Für trockene Haut, Hände und Körper genügen bis 10 Prozent. Für raue Fusshaut und beginnende Hornhaut sind 10 bis 20 Prozent der übliche Bereich, bei fester Hornhaut und Schrunden 20 bis 40 Prozent — dann aber gezielt auf die Stelle und nicht flächig.

Kann man Urea täglich anwenden?

In niedriger Konzentration ja, dafür ist er gemacht. Hoch dosierte Produkte sind für die gezielte Behandlung gedacht, nicht für die Dauerpflege der ganzen Sohle.

Wird Urea aus Urin gewonnen?

Nein. Der Name kommt vom ersten Nachweis im Urin im 18. Jahrhundert. Für Kosmetik wird Harnstoff synthetisch hergestellt und ist chemisch identisch mit dem körpereigenen.

Warum brennt meine Fusscreme?

Meist ist der Urea-Anteil für die behandelte Stelle zu hoch, oder die Haut ist eingerissen. Auf offener Haut brennt Urea immer. Wechseln Sie auf eine niedrigere Konzentration oder behandeln Sie nur die verhornte Stelle.

Urea oder Salicylsäure gegen Hornhaut?

Urea bindet Feuchtigkeit und macht die Hornschicht weich. Salicylsäure löst die Verbindungen zwischen den verhornten Zellen direkter und arbeitet bei fester, dicker Hornhaut schneller. Sie gehört gezielt auf die verhornte Stelle, nicht flächig.
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